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AUCH GEFLÜCHTETE HABEN EIN GRUNDGESETZLICH VERBRIEFTES RECHT AUF DEN SCHUTZ DER FAMILIE!

Mit eindrucksvollen Bildern macht die Fotografin Hanna Lenz auf die belastende Situation der von ihren Kindern, Ehepartnern und Geschwistern getrennten Geflüchteten aufmerksam.

Sie wurden auf der Flucht getrennt oder ein, meist männliches, Fa- milienmitglied hat die gefährliche Flucht über das Meer alleine auf sich genommen, um die anderen Familienmitglieder auf sicherem Weg nachzuholen. In Deutschland angekommen müssen die Ge- flüchteten feststellen, dass der Familiennachzug durch Beschrän- kungen und hohe bürokratische Hürden nicht gewollt ist.

2018 legte die Bundesregierung die „Obergrenze“ von 1000 Famili- enmitgliedern, die im Monat nach Deutschland nachziehen dürfen, fest. Selbst diese Quote wird nicht ausgeschöpft. Die Terminverga- be und das Verfahren bei den deutschen Botschaften dauert Mona- te bis hin zu mehreren Jahren.

„Seit 2017 warte ich auf den Familiennachzug. Die deutsche Bot- schaft in Islamabad ist sich angeblich der Dringlichkeit bewusst. Eins meiner drei Kinder ist sehr krank. Ich habe meine Familie in Afghanistan verlassen, um für sie eine Zuflucht zu finden und sie nachzuholen.“

Selbst innerhalb Europas sind Familien getrennt. Trotz der jahrelan- gen unmenschlichen Zustände in den griechischen Flüchtlingslagern weist das Bundesamt für Migration (BAMF) mit rigiden Entscheidun- gen schon seit langem viele Übernahmeersuchen aus Griechenland zurück, bei denen es um das Recht auf Familienzusammenführung nach den Dublin-Regeln geht.

Die Humanistische Union fordert den Bundesinnenminister, das BAMF und das Auswärtige Amt auf, unverzüglich alle getrennten Familien zusammenzuführen und den in Artikel 6 GG garantierten Schutz der Familie für alle Menschen, die in Deutschland leben, herzustellen.

Ich bin Filiz.
Können Sie mir helfen?

Mein Name ist Filiz Hussein. Ich komme aus Somalia. Ich hatte dort sehr viele Probleme, zum Beispiel gab es Menschen, die mich zu einer Heirat zwingen wollen.

Als ich 16 Jahre alt war, gelang es mir, nach Deutschland zu fliehen. Hier habe ich Asyl beantragt und alles erzählt, was mir passiert ist. Daraufhin habe ich Asyl bekommen. Da war ich schon 17 Jahre alt.

Jetzt dürfen meine Mutter und meine beiden Geschwister ein Visum beantragen. Weil ich anerkannt bin, haben sie ein Recht darauf, zu mir zu kommen. Ich möchte so gerne, dass unsere kleine Familie wieder zusammen ist!

Aber auch wenn meine Mutter und meine Geschwister das Visum bekommen sind sie noch nicht hier. Sie haben kein Geld für die Flüge. Sie müssen aber vor meinem 18. Geburtstag nach Deutschland kommen, danach geht es nicht mehr.

Ich weiß noch nicht genau, wie viel das kostet, aber es sind mehrere Tausend Euro. Ich habe schon einige Organisationen gefunden, die mir helfen. Aber es fehlt noch viel Geld. Nutzen Sie bitte das Spendenkonto der »Humanistischen Union«, Sie bekommen dann eine Spendenquittung.

Helfen Sie mir?

Spendenkonto:
IBAN: DE 79 4306 0967 2053 3955 00
(GLS Gemeinschaftsbank),
Kennwort: »Recht auf Familie« oder »Filiz«

 

Bundesweiter Aktionstag zu 150 Jahre Paragraf 218

Am Samstag, 15. Mai 2021, wird unter dem Motto Widerstand gegen den § 218 in Berlin demonstriert, denn seit 15.5. 1871 ist dieser Paragraph Teil des deutschen Strafrechts.  Um dies zu ändern, finden auch  in vielen weiteren  Städten am 15.5. 2021 Aktionen statt.

Auch in Lübeck haben sich die meisten Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen für die Streichung des §218 aus dem Strafgesetzbuch öffentlich positioniert und mehrere Organisationen wollen darüber hinaus am 15.5. 2021 ein Zeichen setzen: Humanistische Union OV Lübeck , Pro Familia Lübeck e.V., Omas gegen  Rechts, GAL Lübeck, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Lübeck  rufen dazu auf.

Treffpunkt ist am Samstag, 15. Mai, um 11 Uhr vor dem Lübecker Rathaus. Die Aktion dauert am Ort eine Stunde und wird unter Einhaltung der Hygieneregeln durchgeführt.

Viele glauben, in Deutschland sei der Schwangerschaftsabbruch legal und würde regelhaft von der Krankenkasse bezahlt. Leider falsch. Schwangerschaftsabbruch steht im Gesetz gleich hinter Totschlag und Mord und ist nur unter folgenden Bedingungen straffrei: Eine Schwangerschaft darf nur beendet werden, wenn die Betroffene sich drei Tage vorher von einer gesetzlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten ließ und eine Arztpraxis oder Klinik für den Abbruch findet.

Doch der ärztliche Nachwuchs für diese Aufgabe fehlt zunehmend, da Schwangerschaftsabbrüche nicht zur medizinischen Ausbildung gehören. Der §219a, der während der Nazizeit ins Strafgesetzbuch hinzugefügt und jüngst nur unzureichend abgemildert wurde, verbietet der Ärzteschaft in Medien oder auf ihrem Praxisschild darüber zu informieren, dass und mit welcher Methode sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Auch sind Arztpraxen zunehmend persönlichen Angriffen extrem Konservativer und Rechtsradikaler ausgesetzt. In der Konsequenz bedeutet dies für Schwangere nicht selten lange Tagesreisen, um einen Abbruch durchführen zu lassen.

Schwangerschaftsabbrüche übernehmen Krankenkassen nur in den Fällen einer medizinischen Indikation  und z.B. nach einer Vergewaltigung,  aber nicht als Regelleistung. Bedürftige erhalten auf Antrag die Kosten durch das Bundesland des Wohnortes erstattet. Ebenso wenig finanzieren Krankenkassen regelhaft Verhütungsmittel für über 22Jährige, was Menschen mit geringem Einkommen die Familienplanung sehr erschwert. Lübeck gehört zu den wenigen deutschen Städten und Landkreisen, in denen Schwangerschaftsberatungsstellen mit Zuschüssen der Stadt Bedürftigen bei der Verhütungsfinanzierung helfen können.

Wir teilen daher die Forderungen des breiten bundesweiten Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung und bitten, dessen Petition und Aktionen jetzt im Wahljahr 2021 zu unterstützen und zu verbreiten. „150 Jahre Kriminalisierung von ungewollt Schwangeren und Ärzt*innen sind ein Unrecht, das endlich überwunden werden muss. Der Schwangerschaftsabbruch ist eine Gesundheitsleistung, die für die Selbstbestimmung elementar ist und im Strafgesetzbuch nichts zu suchen hat! Sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Wir fordern eine Absicherung dieses Rechts, statt einer grundsätzlichen Kriminalisierung, die zu Stigmatisierung und einer immer schlechter werdenden medizinischen Versorgung führt.“

Humanistische Union Lübeck, Pro Familia Lübeck, Omas gegen Rechts Lübeck, GAL Lübeck, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Lübeck