NICHT ALLEIN


Das Vormundschaftsprojekt NICHT ALLEIN unterstützt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Lübeck. Für Jugendliche, die allein nach Deutschland gekommen sind, suchen wir ehrenamtliche Vormünder. Diese werden von uns geschult und fortlaufend beraten. Die Unterstützung für die Jugendlichen baut darauf, dass ein Vormund möglichst auch nach Vollendung des 18. Lebensjahrs Ansprechperson bleibt.

 

Im September 2015 entstand mit der Öffnung der deutsch-österreichischen Grenze und der darauf folgenden Einwanderung von hunderttausenden geflüchteten Menschen eine große ehrenamtliche Bewegung. Sie gab den Flüchtlingen vom ersten Moment an großen Beistand. Diese Welle zog auch die Politik und die öffentliche Meinung mit. Unzählige Projekte, Solidaritätsnetzwerke und lokale Initiativen konstituierten sich.

Zwei Jahre danach, nach Verschärfung des Asylrechts und der Erstarkung rechtspopulistischer Kräfte, ist die Solidaritätsarbeit der Ehrenamtlichen eine unerlässliche Säule für die Integration der Flüchtlinge geworden. Ihr unbezahlbarer Beitrag wird von der Gesellschaft mit Respekt honoriert und erzeugt Dankbarkeit bei den Flüchtlingen.

Möchten auch Sie ein Teil der großen Gemeinschaft der ehrenamtlichen Helfer/-innen werden?

Unterstützen Sie Flüchtlinge, die besonderen Schutz brauchen!

Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sind die schutzbedürftigste Gruppe innerhalb der geflüchteten Menschen. Ihre spezifische Situation resultiert aus der Tatsache, dass sie ihre Fluchterlebnisse und die Herausforderungen in dem neuen Wohnort allein, ohne ihre Eltern verarbeiten und bewältigen müssen. Aber auch, weil sie aufgrund ihrer Minderjährigkeit bei vielen Situationen rechtlich nicht handlungsfähig sind. Sie brauchen einen Vormund an ihrer Seite, der Anträge oder Verträge für sie unterschreiben kann.

Werden Sie ehrenamtlicher Vormund für einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling!

Die meisten dieser Jugendlichen leben in Wohngruppen der Jugendhilfeeinrichtungen und werden in ihren täglichen Belangen von den dort arbeitenden, pädagogisch qualifizierten Kräften betreut. Findet sich kein ehrenamtlicher Vormund, wird dem Jugendamt die Vormundschaft übertragen.

Amtsvormünder können jedoch aufgrund der Überlastung nicht bedarfsgerecht für die individuellen sozialen und aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten der jugendlichen Flüchtlinge sorgen. Ein Amtsvormund kann für bis zu 50 Minderjährige zuständig sein. Um dieser hochmotivierten und integrationsfähigen Gruppe das nötige Ausmaß an Unterstützung und Begleitung zu ermöglichen, werden private Vormünder gebraucht.

Wo werden Sie als Vormund gebraucht?

Als ehrenamtlicher Vormund werden Sie die verlässliche Person sein, die Ihr Mündel unterstützt und vertritt:

  • in rechtlichen Angelegenheiten
  • bei der Schul- und Berufsbildung
  • bei aufenthaltsrechtlichen Schritten (z. B. Begleitung im Asylverfahren)
  • bei den Hilfen zur Erziehung
  • für die Angemessenheit der Unterbringung
  • bei Entscheidungen in Gesundheitsangelegenheiten
  • für die Einhaltung von sozialrechtlichen Standards

So tragen Sie dazu bei, dass der Kinderschutz auch für junge Flüchtlinge vollständig wirksam wird und Sie helfen bei der Entwicklung einer neuen Lebensperspektive.

  • Sie brauchen keine rechtlichen Vorkenntnisse
  • Sie haben keine finanzielle Belastung – Ihre Aufwendungen werden abgegolten
  • Sie müssen keinen Wohnraum für Ihr Mündel zur Verfügung stellen
  • Sie brauchen keine Fremdsprachenkenntnisse – Ihnen stehen Dolmetscher/-innen und Kulturmittler/-innen zur Seite

Welche Eigenschaften brauchen Sie als ehrenamtlicher Vormund

  • Achtung vor jungen Menschen, anderen Kulturen und Verhaltensweisen
  • Verständnis für die besondere Situation der jungen Flüchtlinge und Interesse, sich mit ihrer Lage vertraut zu machen
  • Bereitschaft, ein Stück Ihrer Freizeit für Ihr Mündel zu investieren (erfahrungsgemäß sind es 8 bis 10 Stunden im Monat)
  • Grundkenntnisse Deutsch
  • Bereitschaft, mit Behörden und Jugendeinrichtungen Kontakt zu halten
  • Teilnahme an Schulungen des Projekts „NICHT ALLEIN“

Das Projekt „NICHT ALLEIN“ unterstützt Sie tatkräftig

Das Projekt „NICHT ALLEIN“ wird Sie bei der Wahrnehmung Ihrer Aufgabe als Vormund in jeder Hinsicht  unterstützen und professionell begleiten.

  • Wir unterstützen Sie bei der Entscheidung für eine Vormundschaft durch Einzelberatungen und einschlägige Veranstaltungen
  • Wir bereiten Sie auf Ihre Aufgabe als Vormund vor und geben Ihnen Starthilfe durch Einführungsschulungen und themenspezifische Informationsseminare
  • Wir begleiten Sie umfassend. Probleme, Überforderung oder Konflikte können bei der Ausübung Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auftreten. Bei solchen Fällen sind Sie „NICHT ALLEIN“:

Ihnen steht die Projektleitung zur Seite mit Coaching, Einzelfallberatungen, schwerpunktmäßigen Fortbildungen und Gruppengesprächen.

  • Wir stehen im Bündnis mit engagierten Vereinen und Trägern und arbeiten mit allen relevanten Fachdiensten zusammen. Wir vermitteln Sie und Ihr Mündel weiter an zuständige Stellen und Netzwerke oder leiten Ihre Fragen weiter.

KONTAKT:
Vormundschaftsprojekt NICHT ALLEIN
der Humanistischen Union Lübeck e.V.,
Hansestraße 24, 23558 Lübeck

Telefon: 0451/81 042 968
E-Mail: info@nicht-allein-luebeck.de
Projektleitung: Dipl.Soz.Päd Heike Knebel
Sprachen: Deutsch, Englisch
Büroanschrift: Mengstrasse 56, 23552 Lübeck
Offene Sprechzeiten: Montag 09:00 – 11:00 Uhr
und Termine nach Vereinbarung
Wenn Sie Interesse haben und mehr erfahren möchten, rufen Sie gern an oder schreiben Sie uns!

 

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